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B*A*C*H- Eine Offenbarung in sieben Fragen

21.03.2017
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B*A*C*H*- eine Offenbarung in 7 Fragen

Ein Theaterstück von Jethro D. Gründer

 

Der Mensch hinter dem begnadeten Musiker

Er sei ein Erstklasse-Eisenacher, einer der Superdeutschen hinter Adenauer und Luther, der Sohn eines Stadtpfeifers, der unermüdliche Kindermacher, Höhepunkt der musikalischen Evolution und war doch zuvorderst ein Mensch zwischen 1685 und 1750, der mit Talent gesegnet, Musikgeschichte schrieb und ebenso starb wie jeder andere auch. Autor und Schauspieler Jethro D. Gründer stößt den Meister der Musik in seiner Monoshow B*A*C*H* beständig, aber anständig von seinem miefigen Sockel, auf den ihn die vielen Biografen zwangen.

Gründers Ziel ist eindeutig, er möchte Bach vermenschlichen, ihm Augen und Arme, ein Gesicht und freie Gedanken leihen, um ihn neu betrachten zu lernen, nicht aber um ihn neu zu definieren. So spielt sich Gründer als Bach durch ein derzeit weltbekanntes Quizshowformat, für welches der Musikzauberer reaktiviert wurde, und bewegt sich zwischen Fakten und Fantasie. Aufgrund der vielen fehlenden Lücken im Leben Bachs bediente sich Jethro D. Gründer zusätzlich seiner Intuition eines Künstlers und Kreativen, verdichtete die Leerstände und präsentiert einen möglichen, aber nicht absoluten Bach, Gründer’isch angehaucht. Darum ist zwar «Bach-Watching» über eine Stunde angesagt, aber in jedem gezeigten Bach steckt ein Gründer, der insbesondere in der zutiefst berührenden Szene über die Familie und den Kindertod, die Haut des Schauspielers wegtaut und eigene, emotionale Kommentare herauszuleiden scheint.  

Jethro D. Gründer bewegt sich ergreifend, aufwieglerisch, Grenzen ausreizend und insgesamt grandios durch die Figur und immer mit dem spürbaren Respekt vor einem universellen Charakter. So ist Gründer anfangs der Verdatterte, der nicht weiß, was er in so einen Zirkus zu leisten hat und entpuppt sich zusehends als die Lebendigkeitsgarant, der den Bach staunt und raunt, ihn tanz und verschanzt, der ihn zicken und ihn in fadenscheinigen Argumentationen verstricken lässt. Gründer steht starr, lethargisch und leger, kriegt Schreikrämpfe, er spielt ihn erhaben und wankelmütig, verletzlich und flüchtig, begeistert grinsend und mysteriös tanzend und rockend.

Jethro D. Gründers Monoshow ist mehr als das bloße Abkratzen der biografischen Oberfläche eines Bachs, sondern zum einen eine hilfreiche Gebrauchsanweisung im Umgang mit dessen Leben und Wirken (hervorragend geeignet für Schülergruppen und Bachgesellschaften) und zum anderen eine Annäherung an einen Unnahbaren. Dafür leiht Gründer Bach seine Haut, haucht ihm Gefühle und Gedanken ein und versorgt den Betrachter mit dem Menschen hinter dem Gott.

Termine: Freitag, 31. März/ Samstag, 1. April/ Freitag, 7. und Samstag 8. April jeweils 20 Uhr.

Tickets unter: 03594 714738 oder HIER KLICKEN!
  

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